Ergon entwickelt Spezialapplikationen für die Smartphones der SBB
Abfahrerlaubnis über Android
Bei der Umstellung auf die nächste Generation von Mobiltelefonen beim Zug- und Lokpersonal hat Ergon Informatik für die SBB mehrere Spezialapplikationen für die neuen Android-Smartphones programmiert. Zeitgleich mit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember hat die Applikation zur Erteilung der Abfahrerlaubnis die offizielle Betriebsbewilligung erhalten.

Die für die gesamte Telekommunikation über das eigene GSM-R-Netz (Global System for Mobile Communication for Railways) verantwortliche Division Infrastruktur der SBB hat im Rahmen einer Modernisierung der Mobiltelefone für das Zugpersonal die Zürcher Softwareschmiede Ergon beauftragt, verschiedene Smartphone-Plattformen auf ihre Tauglichkeit für die eigenen Bedürfnisse zu prüfen. Neben technischen Funktionalitäten wurden laut Unternehmen unter anderem Entwicklungswerkzeuge, Benutzerkomfort, Softwareverteilung und - aktualisierbarkeit auf verschiedenen Plattformen sowie die Verfügbarkeit von Quellcode untersucht. Am Ende machte ein auf Android basierendes Smartphone von Samsung das Rennen. Dieses Smartphone genügte allen Ansprüchen der SBB und wurde von Testanwendern aus dem Kreis der zukünftigen Anwender, also vom Lok- und Zugpersonal, ebenfalls klar favorisiert.
In einer zweiten Phase hat Ergon ein spezielles Programm für die Abfahrerlaubnis der Züge entwickelt. Bisher wurde die Abfahrerlaubnis vom Zugpersonal über einen fest installierten orangen Kasten am Perron erteilt. Da diese Infrastruktur teuer und wartungsanfällig ist, wollte sie die SBB an dedizierten Bahnhöfen eliminieren und durch eine mobile Smartphone-Lösung ersetzen. Der Zugbegleiter muss nun mit Hilfe des neuen Ergon-Programms nur das den orangen Kästen nachempfundene Symbol auf dem Display seines Smartphones wählen, um dem Lokführer die Abfahrerlaubnis zu erteilen. Eine zweite Applikation, die Ergon für die Android-Plattform der SBB entwickelt hat, unterstützt die An- und Abmeldung des Personals auf einem Zug. Dabei dient die funktionale Nummer als zweite Telefonnummer, sie ist aus Zugnummer und spezifischer Mitarbeiterfunktion zusammengesetzt. Ohne zu wissen, wer gerade Dienst hat, soll das Zugpersonal gemäss der Funktionstätigkeit jederzeit schnell und einfach erreicht werden können. Dies soll für die Betriebsleitzentrale besonders bei Abweichungen vom Fahrplan wichtig sein, um die Reisenden umgehend zu informieren.
„Das Beispiel der SBB-Applikationen zeigt, dass massgeschneiderte Anwendungen auf Smartphones gerade auch im geschäftlichen Umfeld als Arbeitswerkzeuge mit wenig Aufwand grossen Nutzen bringen können", meint dazu Peter K. Brandt, Lead Engineer Mobile Solutions bei Ergon. Und er ergänzt: „Dabei bringt die Offenheit der Android-Plattform Vorteile: Unsere Evaluation hat gezeigt, dass andere Plattformen die Anforderungen der SBB nur mit Einschränkungen erfüllt hätten. Wir sehen grosses Potential für mobile Geschäftsanwendungen auf der Basis von Android."
Bildquelle: SBB
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