15.11.2011
Branche, M-Commerce
Von: Ina Schlücker

Dr. Gerd Wolfram, Metro Group

Das Smartphone als Diätplaner

Kurzinterview mit Dr. Gerd Wolfram, Managing Director bei der Metro Systems und Projektleiter der Metro Group Future Store Initiative


Dr. Gerd Wolfram, Managing Director bei der Metro Systems

Welche Chancen und Potentiale sehen Sie derzeit für den Einsatz mobiler Lösungen im Lebensmitteleinzelhandel?
Dr. Gerd Wolfram: Wir sind davon überzeugt, dass sich das eigene Smartphone als Einkaufsbegleiter durchsetzen wird – die Frage ist nur, welche Anwendungen der Kunde in Zukunft beim täglichen Einkauf nutzen wird. Es gibt zahlreiche Einsatzmöglichkeiten: das Spektrum reicht von der Produktinformation über die Einkaufsplanung bis hin zum tatsächlichen Einkauf im Markt inklusive der Bezahlung.

Im Rahmen unserer Future-Store-Initiative haben wir bereits vor Jahren damit begonnen, in all diesen Bereichen mobile Lösungen für Kunden zu testen. Dazu zählt zum Beispiel die elektronische Einkaufsliste oder der Produktscan im Markt. Mithilfe unserer Anwendung „Mobiler Einkaufsassistent“ (MEA-App) können die Kunden beim Einkaufen im Markt ihre Artikel selbst einscannen und so einem virtuellen Warenkorb hinzufügen. Das spart Zeit an der Kasse, da die Artikel dort nicht neu eingelesen werden müssen.

Großes Potential sehen wir insbesondere bei Apps, die den Kunden zusätzliche Produkt- und Preisinformation zur Verfügung stellen. Einen weiteren Mehrwert bietet die Anwendung unserer Vertriebslinie Real, die nicht nur Produktangebote anzeigt und eine Marktsuche ermöglicht, sondern mit einer eigenen Kochshow auch für den nächsten Einkauf inspiriert.

Inwiefern können sich die Verbraucher via Smartphones und Tablet-PCs über die Herkunft, Produktion und Zusammensetzung von Lebensmitteln informieren?

Wolfram: Schon heute gibt es verschiedene Apps, die solche Zusatzinformationen bieten. Mit unserem mobilen Einkaufsassistenten können die Kunden zum Beispiel Nährwertangaben zu Produkten der Eigenmarken von Real abrufen. Es gibt außerdem eine Verknüpfung mit der Anwendung „real,- Figurcoach“, einem virtuellen Diätplaner.

Bei der Einführung möglichst umfassender Produktdatenbanken besteht die Herausforderung, eine Vielzahl heterogener Inhalte von unterschiedlichen Produzenten zu harmonisieren und integrieren. Hierfür ist noch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Unternehmen der Konsumgüterbranche notwendig. In Gremien wie dem GS1 Global Standards Management Process (GSMP), dem GS1 Global Data Synchronisation Network (GDSN) und GS1 B2C befinden wir uns bereits in einem engen Austausch.


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