05.10.2011
Smartphones
Von: Ingo Steinhaus

iPhone 4S

Das wahrscheinlich langweiligste iPhone der Welt

Das neue iPhone ist da und alle reiben sich die Augen: Das Gerät ist kein großer Fortschritt, sondern lediglich ein weiterer Tritt auf dem altbekannten Weg.


Hochwertige Videos mit dem 4S: Schön, aber nicht sehr innovativ

Die klassische Metapher für solche Situationen lautet: "Der Berg kreiste und gebar ein Mäuschen." Seit gestern können Autoren von Qualitätsmedien auf eine vollkommen neue, zeitgemäße Variante zurückgreifen: "Die Gerüchteküche explodierte und hinterließ ein iPhone 4S."

Wenn es nach den seit Monaten umlaufenden Gerüchten über das nächste große Ding seit der Markteinführung des iPhone 4 geht, dann hätte Apple eine himmlische Kombination aus coolem Design, smarter Technologie und avantgardistischen Bedienkonzepten vorgestellen müssen.

Stattdessen kam genau das iPhone auf den Markt, das sich seine Nutzer bereits vor einem Jahr gewünscht hatten: Schneller Prozessor, rauschfreie Kamera, funktionierende Antenne und ein optimiertes Betriebssystem. Die einzige echte Innovation ist die in iOS5 integrierte App Siri, die als Software-Assistentin eine intelligente Spracherkennung erlaubt.

Das ist ein bisschen wenig, finden zahlreiche enttäuschte Beobachter der Apple-Pressekonferenz. Als einer der ersten reagierte Sascha Pallenberg von netbooknews.de: "Irgendwie blieb der absolute 'WOW-Effekt' aus." Jürgen Vielmeier von Basicthinking.de titelt: "Wenn das alles ist, dann lacht die Konkurrenz" und Netzökonom Holger Schmidt meint in einer ersten Reaktion: "Apple enttäuscht." Auch die US-Techblogger sind nicht gerade begeistert. So meint zum Beispiel Chris Taylor von Mashable: "This isn't the new, iconic, must-have device".

Diese Äußerung weist auf den Kern der Enttäuschung hin: Das iPhone 4S ist ein ausgereiftes und daher etwas langweilig wirkendes Standard-Smartphone. Dank ausgefeilter Systemfunktionen bietet es noch mehr Bedienkomfort. Die Hardware kann einigermaßen mit den hochgerüsteten Highend-Androiden mithalten - für Apple war dieser Punkt noch nie so wichtig. Denn die Poleposition bei der Hardware ist schnell verloren. Sicher werden HTC und Samsung noch vor Weihnachten Geräte herausbringen, die alle Leistungsdaten des iPhone 4S locker schlagen.

Einige nervige Probleme des iPhone 4 sind nun gelöst: Das neue Antennensystem soll eine bessere Sprachqualität bringen und der Akku hat jetzt mehr Durchhaltevermögen. Der Dual-Core-Prozessor A5 bietet ausreichend Leistung für grafisch anspruchsvolle Anwendungen und vor allem für Spiele. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn im Moment sind Smartphones dabei, Spielekonsolen als "Fun-Device" abzulösen.

Kurz und gut, die trocken wirkende Zusammenfassung aus den beiden Absätzen oben könnte genauso gut für ein beliebiges Smartphone mit jedem anderen Betriebssystemen geschrieben werden. Die beinahe messianische Erwartung an eine Neudefinition des Gerätetyps musste zwangsläufig enttäuscht werden. Apple produziert keine Gebetsmühlen, sondern eine in kürzester Zeit extrem populär gewordene Gerätegattung.

Für die Jobs-Nachfolger in Cupertino kommen jetzt die Mühen der Ebene. Wenn die Firma weiterhin ihre Position halten will, muss sie konsequent auf den Massenmarkt setzen. Und genau dies hat Tim Cook entschieden: das iPhone 3GS bleibt als kostengünstiges Einsteigermodell im Markt, das iPhone 4 dürfte zum Brot-&-Buttermodell werden und das neue 4S ist der Bolide für Geeks.

Und alle zusammen dürfen einfach weitermachen, die Gerüchteküche für das iPhone 5 neu zu befeuern.

Bildquelle: Apple


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