18.11.2011
News, App-Entwicklung
Von: Dipl. Ing. Christian Huthmacher

Mobile Geschäftsprozesse

Es muss nicht immer SAP sein!

Ein Kommentar von Dipl. Ing. Christian Huthmacher, Vorstand der Commsult AG, über mobile SAP-Angebote und die Alternativen


Dipl.-Ing. Christian Huthmacher ist Vorstand der Commsult AG.

Die SAP hat mit der 4,8-Milliarden-Euro-Übernahme von Sybase eine eigene mobile Plattform erworben und hat nun die Mobilisierung von Prozessen als Wachstumsfeld entdeckt, auf dem bei den SAP-Kunden zukünftig neue Lizenzerlöse zu generieren sind.

Es gibt aber schon seit vielen Jahren Anbieter, die sich auf die Mobilmachung von SAP-Systemen spezialisiert haben. Hier gibt es Individuallösungen für einzelne Branchen und Prozesse, es existieren viele technisch simple Terminalemulationen, es finden sich aber auch eine Reihe von Anbietern, die leistungsfähige und flexible Plattformen anbieten.

Die Lösungen der SAP auf Basis der diversen, noch zu integrierenden Sybase-Produkte sind nach Aussagen von Interessenten komplex in Einführung und Betrieb, erfordern hohe Investitionen in Lizenzen und sind teilweise recht unflexibel. So sind die iPad-Apps der SAP reine Standardlösungen, die sich nicht an die individuellen Prozesse in Unternehmen anpassen lassen. Dazu müssten Partner ran, die in Deutschland erst im Aufbau sind.

Es gibt in Deutschland zwei Duzend kleinerer Anbieter, die schon einmal ein mobiles Projekt durchgeführt haben und diese Basis nun als Produkt vermarkten wollen. Das ist wenig attraktiv für einen SAP-Anwender, der einen strategischen Partner für mobile Prozesse sucht, der innovativ und flexibel bei der Lösungspalette aufgestellt ist. Hier gibt es maximal eine Hand voll Lösungen, die zu Recht als Plattform positioniert sind und bereits über eine große internationale Kundenbasis verfügen.

Eine solche Plattform muss über bestehende Player mindestens drei mobile Betriebssysteme und HTML5 abdecken. Es muss ein einfach zu nutzendes Designwerkzeug für die Gestaltung von Prozessen und Oberflächen bereitstehen und ein Set an Vorlagen für die wichtigsten Prozesse. Dazu müssen auch die Chemie bei der Zusammenarbeit und die Preise für Lizenzen und Dienstleistungen stimmen.

Aktuell gilt aus unserer Sicht: Wer mehr als 5.000 Anwender mobil machen will, kann gut auf die SAP-Angebote setzen. Wer nicht mehr als 500 Nutzer zu mobilisieren hat, fährt mit bestehenden Alternativen in jedem Fall bei Flexibilität und Wirtschaftlichkeit besser. Dazwischen gilt es abzuwägen.

Für Unternehmen, die eine mobile Lösung suchen, ist der wichtigste Rat, erst einmal die Anforderungen (Zielplattformen und zu mobilisierenden Prozesse) ermitteln und dann am Markt den Partner suchen, der die beste Kombination aus Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und persönlichem Engagement bietet.


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