Fünf Tipps zur App-Entwicklung
Gib’ mir fünf!
Nach einem mehrere Jahre dauernden und durchaus zähen Start hat der Siegeszug des mobilen Internets jetzt Fahrt aufgenommen und ist nicht mehr aufzuhalten. Ein entscheidender Faktor ist dabei das „Prinzip App“.

Erst durch Apps, die sich durch ihre Fokussierung auf spezielle Inhalte und wirklich mobile Use-Cases auszeichnen, konnte man sich von der fixen Idee lösen, dass es sich beim mobilen Internet einfach nur um eine mobile Variante des Internets handeln sollte. Dank der Apps konnte sich das mobile Internet in ganz eigenen Bahnen entwickeln – hin zu einem individuelleren und damit vielleicht sogar zu einem moderneren Netz. Aus dem unendlichen Pool an hilfreichen, interessanten oder auch „nur“ unterhaltsamen Anwendungen, stellt sich jeder Nutzer mittlerweile sein persönliches mobiles Internet zusammen.
Von dieser Entwicklung blieb natürlich auch das Screendesign nicht unberührt, ganz im Gegenteil: Der große Erfolg der Apps ist ganz eng mit einem adäquaten App-Design verbunden. Vielen Designern ist es gelungen, Apps so zu gestalten, dass sie gut mit dem Finger zu bedienen sind und ihre USPs deshalb voll ausspielen können. Zeit also, sich ein paar Gedanken darüber zu machen, welches die wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Gestalten von Apps sind.
Einfachheit
Das konzeptionelle Grundprinzip der meisten erfolgreichen Apps ist deren Einfachheit – oder treffender deren Begrenztheit: Wenig, aber dafür relevanter Inhalt und eine besondere Fokussierung auf Funktionalität, das sind die Grundprinzipien, die ein App-Designer beherzigen und umsetzen sollte. Analog zum klassischen Screendesign ist es ein bewährtes Mittel, dabei auf allgemein gebräuchliche und erlernte Elemente zurückzugreifen: Was der Nutzer kennt, empfindet er oft als besonders einfach in der Handhabung.
Großzügigkeit
Generell ist eine Entwicklung zu einem immer großzügigeren Screendesign zu beobachten. Bei der Gestaltung von Apps ist dies allerdings nicht einfach nur ein Trend, sondern existentielle Voraussetzung – aus einem einfachen Grund: Es geht um die Bedienbarkeit. Der größte Unterschied zwischen der Bedienung einer Website und einer App liegt auf, bzw. in der Hand: Eine App muss gut mit nur einem Finger zu bedienen sein, selbst wenn dieser nicht gerade filigran ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, alle interaktiven Elemente großzügig zu gestalten. Ähnliches gilt auch für die verwendeten Schriften. Schriftart und -größe müssen angepasst sein, denn auch die Lesbarkeit ist ein wichtiger Faktor. Es mag paradox klingen, aber gerade weil die Oberfläche eines Smartphones deutlich kleiner ist als die eines ein üblichen Monitors, ist es hier besonders wichtig, groß und großzügig zu gestalten, um Erkennbarkeit zu gewährleisten.
Visualität
Generell bewegen sich User mittlerweile eher intuitiv als bewusst durch das Netz, die Bedeutung auffälliger visueller Nutzerführung nimmt dabei zu. Beim mobilen Internet ist dieser Trend noch stärker. Darum muss hier die Nutzerführung besonders visuell gestaltet sein. Hier gilt: lieber ein großes, aussagekräftiges Icon als ein Text. Sinnvoll ist es auch, Funktionen analog zum Alltag zu gestalten, damit der Nutzer sie wieder erkennt. Ein Beispiel ist die App „Lotto Ticker“. Hier erkennt der Nutzer dank der Lottoschein-Optik sofort, worum es geht. Generell ist auch zu beobachten, dass die meisten guten App-Designs eher mit Flächenkonstrukten wie Quadern, Balken und Quadraten arbeiten als mit Linien.
Brillanz
In diesem Zusammenhang ist auffällig, dass die Hintergründe vieler Apps äußerst dunkel gehalten sind, die Icons hingegen in kräftigen leuchtenden Farben. Tatsächlich erwecken einige Apps geradezu den Eindruck, es handele sich um Leuchttafeln. Beschreiben kann man diesen Effekt am besten mit dem Begriff „Brillanz“. Sie entsteht durch starken optischen Kontrast – beispielsweise zwischen einem leuchtend-gelben Button und einem schwarzen Hintergrund. Natürlich bestätigt hier die Ausnahme die Regel, und so gibt es auch einige hervorragende helle Apps mit viel Weißraum und feinen Linien.
Haptik
Die Haptik ist der Erfolgsfaktor, durch den sich das mobile App-Design wohl am stärksten vom klassischen Screendesign abhebt. Da Nutzer Apps nur mit dem Finger bedienen, liegt es auf der Hand, das Erscheinungsbild und die Funktionen einer App sehr stark an einer entsprechenden analogen Haptik anzulehnen. So gibt es unzählige interaktive Elemente, die mit viel Liebe zum Detail als Kippschalter, Drehrädchen und Anzeigetafeln gestaltet sind. Es finden sich Währungsrechner, die aussehen wie Taschenrechner (Measures), Parkuhren-Apps, die den Nutzer über eine stilechte Anzeige daran erinnern, rechtzeitig etwas Kleingeld einzuwerfen (Parkbud), und Planungs-Apps, die durchgängig in einer liebevoll gestalteten Notizbuch-Optik erscheinen (Todo).
Eine gute App ist daher so gestaltet, dass sie intuitiv, einfach und mit einer ordentlichen Portion Freude zu bedienen ist. Das Design folgt letztlich einem einfachen Prinzip: Eine gute App kann nicht viel, aber das, was sie kann, unter allen Aspekten und in allen Bereichen richtig gut. Diese Einfachheit machen sie bei Nutzern und bei Designern beliebt.
Checkliste zum App-Design
Make it simple – wenig Inhalt, begrenzte Funktionalität aber übersichtlich präsentiert
Mut zur Fläche – großzügig gestaltete Hintergründe, Schriften und vor allem Bedienelemente erhöhen die Usability
Visualität – auf einen hohen Wiedererkennungswert der Icons achten
Brillanz – farbintensive Icons und Buttons werden am besten wahrgenommen
Haptik – interaktive Elemente sollten reale Vorbilder aus dem Alltag nachahmen, das sorgt für schnelleres Verständnis
(Quelle: Netz 98)
Bildquelle: © Rita Thielen/Pixelio
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