18.11.2011
Branche, Logistik und Lagerverwaltung
Von: Markus Walter

Die Zukunft der Telematik

„Ich erwarte ein Oligopol“

Ulric Rechtsteiner, Geschäftsführer des Telematikanbieters Arealcontrol, über die Zukunft der Telematik, neue Apps und die weitere Marktentwicklung.


Herr Rechtsteiner, in welchen Branchen sind Sie aktiv?
Rechtsteiner:
Unser Umsatz kommt zu gleichen Teilen aus den Branchen Transport und Logistik, Handwerk und Bau sowie Handel, Service und Industrie. In diesen Bereichen bieten wir diverse Lösungen für die effiziente Steuerung und Überwachung von Lkw, Transportern, Pkw, Gütern und Baumaschinen. Die Aufgaben reichen von der einfachen Ortung, über den Diebstahlschutz, der Abrechnung von Betriebsstunden bis hin zum automatisierten und vom Finanzamt anerkannten Führen von Fahrtenbüchern.

Wo ist da der gemeinsame Nenner?
Rechtsteiner:
Sämtliche Daten, die mit unseren Lösungen gesammelt werden, können nach einem strengen Berechtigungskonzept über ein zentrales Portal abgerufen und weiterverarbeitet werden. Je nach Anforderung sehen unsere Kunden nur die Informationen, die sie auch wirklich benötigen. Ein Transportunternehmer interessiert sich zum Beispiel in erster Linie für die Standzeiten seiner Lkw bei den verschiedenen Be- und Entladestellen…

…und für die aktuellen Lenk- und Ruhezeiten. Haben Sie auch eine Lösung zum Auslesen des digitalen Tachografen?
Rechtsteiner:
Hier werden wir demnächst eine sehr einfache und effiziente Lösung bieten, mit der wir sowohl die Daten der FMS-Schnittstelle, als auch die des Tachografen übernehmen und zeitnah übertragen können.

Das bieten andere Hersteller auch schon.
Rechtsteiner:
Unsere Lösung erfordert jedoch keine Installation im Fahrzeug – sie kommt mit einem einfachen Bluetooth-Adapter aus, der an die FMS-Schnittstelle und den Tachografen angesteckt wird. Dieser überträgt die gewünschten Daten dann auf das mobile Telematikgerät im Fahrerhaus.

Mit welcher Hardware arbeiten Ihre Lösungen denn?
Rechtsteiner:
Wir sind überzeugt, dass sich hier Smartphones und Tablet-PCs mit Android-Betriebssystem am besten eignen und sich mittelfristig auch am Markt durchsetzen werden. Samsung hat hier mit dem Galaxy ein hervorragendes Produkt entwickelt. Solche Hardware ist überall verfügbar und muss nur mit einer passenden Telematik-App aus unserem Programm versehen werden. Einfacher geht es nicht.

Glauben Sie, dass der App-Hype bald wieder vorüber sein könnte?
Rechtsteiner:
Ganz und gar nicht! Apps haben eine sehr große Zukunft und werden die Welt in den nächsten Jahren ebenso verändern wie E-Mails und Mobilfunk. Vor dem Hintergrund rapide sinkender Datentarife, steigender Netzqualität und geeigneter Hardware in Form  von Smartphones und Tablet-PCs sind Apps eine logische Folge. Bedenken Sie, dass 2010 weltweit 270 Millionen Smartphones verkauft wurden – normale Handys hingegen kaum noch. Jedes Smartphone lässt sich mit Hilfe geeigneter Apps in mobile Meldesystemen und kleine Cockpits für Manager verwandeln.

Welche Anbieter wird es Ihrer Meinung in fünf Jahren überhaupt noch geben?
Rechtsteiner:
In fünf Jahren wird es sowohl die herstellergebundenen sowie die herstellerunabhängigen Lösungen geben. Ich erwarte ein Oligopol aus wesentlich weniger Anbietern als heute.

Bildquelle: Volvo


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