29.02.2012
Branche, Strategy
Von: Esther Günes

Jan Ivarsson, Volvo Car Germany

Intelligente Autos verfügen über Sinne

Interview mit Jan Ivarsson, Senior Manager Safety Strategy & Requirements bei der Volvo Car Germany GmbH, über vernetzte Fahrzeuge und den Einsatz intelligenter Fahrassistenzsysteme


„Heutige intelligente Autos verfügen über Sinne und können sowohl sehen als auch fühlen, was der Fahrer gerade macht. Der nächste große Schritt ist, Autos regelmäßig miteinander kommunizieren zu lassen“, ist sich Jan Ivarsson, Senior Manager Safety Strategy & Requirements bei der Volvo Car Germany GmbH, sicher.

Das Auto per App abschließen, vorheizen oder das Autoradio bedienen ist heute bereits möglich. Welche Optionen sind mittels mobiler Geräte darüber hinaus denkbar?
Jan Ivarsson:
Der nächste Schritt sind ähnliche Funktionen für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. Ein Beispiel hierfür ist die Feststellung und das Feedback an den Kunden, ob das Ladekabel am Auto angeschlossen ist oder nicht. Der Fahrer kann über die App auch Informationen zum Ladestand der Batterie erhalten. Andere Funktionen in Bezug auf Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sind das Vorkühlen des Autos per Zeitschaltuhr über eine Mobile App, mit der man den Timer für die Klimaanlage aktiviert, während das Auto aufgeladen wird.

Wie kann der Datenschutz bei der Car2Car-Kommunikation gewährleistet werden?
Ivarsson:
Alle verbundenen Volvo-Fahrzeuge werden eingebaute Sicherheitsfunktionen haben. Ebenfalls werden wir Sicherheitssysteme im Backend-System haben in der Cloud. Diese gibt es heute bereitse im Volvo-On-Call-System und wir werden eine Weiterentwicklung hiervon in unseren zukünftigen Fahrzeugen nutzen. Die klare Zielsetzung ist, das Fahrzeug und das Volvo-Netzwerk vor Hackern und anderen Angriffen zu schützen.

In welcher Weise sind virtuelle Assistenten, Vibrationslenkräder und individualisierbare Fahrassistenzsysteme gute Hilfen für den Autofahrer?
Ivarsson:
Studien zeigen, dass viele Unfälle in unkritischen Verkehrssituationen und bei gutem Wetter bedingt durch Ablenkung, Benommenheit oder Krankheit seitens des Fahrers passieren. Die Allianz Deutschland hat eine Studie durchgeführt, die aufzeigt, dass bei jeder zehnten Kollision Ablenkung der Hauptgrund ist und in 30 Prozent aller Unfälle Ablenkung eine entscheidende Rolle spielt. Fahrerassistenzsysteme wie ein vibrierendes Lenkrad, Driver Alert (Fahrerassistenzsystem zur Warnung bei Übermüdung und unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur) und Abstandsregelsysteme helfen einem abgelenkten Fahrer in der richtigen Spur und in einem angemessenem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu bleiben und erinnern ihn gleichzeitig daran, regelmäßige Pausen einzulegen.

Intelligentes Licht warnt vor Kollisionsgefahren, Sensoren in der Frontscheibe dienen als Unfallschutz und Alkohol-sensoren als Wegfahrsperre – wie helfen diese Erfindungen dabei, Schlimmeres zu verhindern?
Ivarsson:
Laut dem deutschen DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) starben im Jahr 2010 ca. 340 Menschen bei einem Autounfall aufgrund von Alkohol am Steuer. Wahrscheinlich hätten die meisten Unfälle im Zusammenhang mit Alkohol am Steuer verhindert werden können, wenn die Fahrzeuge mit Alcolock ausgestattet gewesen wären. Darüber hinaus zeigt eine Auswertung der IIHS (Insurance Institute for Highway Safety) eine Verminderung von gut 22 Prozent der Kollisionen bei Fahrzeugen, die mit dem Volvo-City-Safety-System (eine Sicherheitstechnik, die einen Auffahrunfall bei einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h auf das vorausfahrende Auto vermeiden oder dessen Folgen erheblich mindern kann) ausgestattet sind.

Welche Möglichkeiten sehen Sie in der Entwicklung von intelligenten Fahrzeugen? Wohin wird es in Zukunft gehen?
Ivarsson:
Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation, Kommunikation mit der Infrastruktur und weiterentwickelte automatische Bremssysteme werden die Fahrzeuge sicherer und intelligenter machen. Heutige intelligente Autos verfügen über Sinne und können sowohl sehen als auch fühlen, was der Fahrer gerade macht. Der nächste große Schritt ist, Autos regelmäßig miteinander kommunizieren zu lassen. Bereits heute melden sich Autos von alleine, wenn es zu einem Unfall kommt oder Reparaturbedarf besteht.

Inwiefern könnten Autofahrer in Zukunft überflüssig werden (Stichwort fahrerlose Fahrzeuge)?
Ivarsson:
Der Fahrer sollte immer die Hauptkontrolle über das Fahrzeug haben. Dennoch wird es Situationen geben, in denen der Fahrer das Fahrzeug selbstständig fahren lässt. Ein Beispiel wäre hierfür das Fahren in Kolonne.

Welche Rolle spielen in diesen Szenarien mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets?
Ivarsson:
Die Infrastruktur und Technologie der Kommunikationstechnik wird heute bereits über die Grenzen des herkömmlichen Mobilfunknetzes genutzt und geteilt. Aber in Zukunft wird sich in diesem Bereich noch viel bewegen in Richtung Menschen-zu-Auto-, Auto-zu-Auto- und Auto-zu-Infrastruktur-Kommunikation.


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