Trend Micro: Cloud-Service zur Erkennung bösartiger Apps
Kampf gegen bösartige Apps
Trend Micro sagt den Gefahren, die von bösartigen Apps auf mobilen Endgeräten ausgehen, den Kampf an. Der Sicherheitsspezialist hat einen Reputationsdienst für Apps vorgestellt, der die Besitzer von Smartphones und Tablets vor dem Installieren bösartiger Programme und damit vor Betrug, Datendiebstahl und dem Missbrauch von Systemressourcen wie Batteriestrom, Speicher und Bandbreite bewahren soll.

Der „Trend Micro Mobile App Reputation (MAR)“ Service wird in den weltweit verteilten Rechenzentren von Trend Micro erbracht und soll damit den Anwendern als Cloud-Sicherheitsservice zur Verfügung stehen. MAR erweitert die bestehenden Reputationsdienste für E-Mails, Webadressen und Dateien des „Trend Micro Smart Protection Network“.
MAR arbeitet ähnlich wie der vor kurzem angekündigte „Google Bouncer Service“, geht jedoch laut Unternehmen darüber hinaus. Denn der neue Trend Micro-Reputationsdienst soll zusätzliche Eigenschaften von mobilen Apps analysieren und in seine Analyse nicht nur die Apps im offiziellen „Android Market“, sondern auch in den Marktplätzen von Drittanbietern mit einbeziehen. Ferner soll die Lösung die Apps nicht nur nach bösartigem Programmcode untersuchen, sondern auch die Risiken für die Privatsphäre der Anwender und die Auswirkungen auf die Systemressourcen prüfen. „Der ‚Google Bouncer Service' ist ein guter erster Schritt in Richtung von mehr Sicherheitskontrolle im ‚Google App Store‘; daher beglückwünschen wir Google zu diesem Dienst. Gleichzeitig aber sind weitere Sicherheitsmaßnahmen für all die anderen ‚App Stores‘ für Android nötig“, erklärt Raimund Genes, „Chief Technology Officer“ bei Trend Micro.
Konform zum deutschen Datenschutzrecht
Die Services des Anbieters zeichnen sich eigenen Angaben zufolge neben dem Umfang der verfügbaren Informationen insbesondere durch die Trend Micro-Korrelationstechnologie aus, die auch der neue Dienst für Apps nutzt und dadurch das Sicherheitsniveau für Android-Anwender signifikant erhöhen soll. Denn MAR analysiert laut Unternehmen nicht nur den App-Programmcode, sondern auch die Webseiten, mit denen sich die untersuchte App verbindet, sowie deren Verhalten. Durch den Rückgriff auf die Masse an bereits vorhandenen sicherheitsrelevanten Informationen soll der neue Reputationsdienst von Trend Micro in der Lage sein, potentiell gefährliche mobile Apps zu identifizieren und zu sperren. Die Erhebung und Verarbeitung von Daten, soweit sie für die Leistungsfähigkeit der Reputationsdienste von Trend Micro benötigt werden, gehen laut Unternehmen mit den Bestimmungen des deutschen und europäischen Datenschutzrechts konform.
Mehr als 120.000 bösartige Android Apps bis Ende 2012
Der App-Markt wird für Cyberkriminelle immer interessanter. Denn die Zahl der möglichen Opfer steigt in atemberaubender Geschwindigkeit, so dass die Entwicklung von Schadsoftware für mobile Endgeräte insbesondere auf Android-Basis äußert lukrativ wird. Laut „Research2Guidance“ wurden allein im September 2011 über 500.000 Anwendungen im offiziellen „Android Market“ veröffentlicht. Und Google hat zum Ende letzten Jahres mehr als zehn Milliarden App-Downloads gemeldet, wobei die Zahl der heruntergeladenen Programme jeden Monat um eine Milliarde steige. Dementsprechend erwartet Trend Micro eine rasante Zunahme der Zahl an bösartigen Apps in diesem Jahr von rund 1.000 auf mehr als 120.000.
„Wir sichern schon seit vielen Jahren mobile Endgeräte ab, daher ist die Erweiterung unserer Cloud-Sicherheitsdienste um den Bereich Apps und App Stores ein weiterer logischer Schritt. Die Flexibilität dieser Technologie gibt uns viele Möglichkeiten an die Hand, jetzt und in der Zukunft. Die Einbindung von App-Märkten von Drittanbietern und die Integration des neuen Services in unser Produktportfolio sind nur einige der kurzfristigen Initiativen, die wir verfolgen“, betont Raimund Genes. „Wir bieten unsere Technologie auch den Betreibern von App Stores an, die nach einer automatischen Prüfung der von ihnen vertriebenen Applikationen suchen. Die Integration unseres neuen Reputationsdienstes könnte ihnen dabei helfen, ihre Kunden zu schützen und ihnen schon vor dem Herunterladen Informationen zu den möglichen Auswirkungen bestimmter Apps hinsichtlich der Risiken für die Sicherheit, Privatsphäre und Systemressourcen zu liefern.“
Apps für Android und Symbian
Zum sofortigen Start des neuen Reputationsdienstes prüft Trend Micro Applikationen, die für die Plattformen Android und Symbian entwickelt wurden. Schrittweise soll der Dienst um die Prüfung weiterer Plattformen für mobile Endgeräte erweitert werden. „Im Augenblick überwachen wir mehr als 250.000 Anwendungen und können pro Tag über 5.000 neue Apps und App-Aktualisierungen in die Prüfung mit einbeziehen. Wir verfolgen das Ziel, die größte und schnellste Quelle an wichtigen Informationen zur Absicherung und Weiterentwicklung mobiler Ökosysteme bereitzustellen. Dementsprechend spielen weitere Plattformen eine wichtige Rolle bei der Erreichung dieses Ziels“, so Raimund Genes.
Bildquelle: © arte_ram/stock.xchng
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