17.11.2011
Branche, M-Commerce
Von: Dorothee Ragg

Holger Spielberg, Paypal

Pay and go

Wie wirken sich die neuesten Entwicklungen im Bereich des M-Payment auf das aktuelle Geschäfte von Paypal aus und wo wird die Reise hingehen? Antworten auf diese Fragen gab uns Holger Spielberg, Head of Mobile Payments & Innovation bei Paypal.


„Paypal beschränkt den Nutzen des mobilen Zahlens nicht auf den erhofften Erfolg einer bestimmten Technologie“, sagt Holger Spielberg von Paypal.

Inwiefern macht sich der wachsende Bereich des M-Commerce für Paypal bemerkbar?
Holger Spielberg:
Der Bereich des M-Commerce macht bei Paypal in Deutschland seit März dieses Jahres bereits einen Anteil von ca. 3 Prozent am Gesamtumsatz aus. In anderen Ländern liegt dieser Anteil bereits zwischen 7 Prozent (UK) und 10 Prozent (Australien). Global erwartet Paypal dieses Jahr im Bereich des M-Commerce einen Umsatz von mehr als 3,5 Mrd. Dollar. Damit trägt Mobile bereits einen wesentlichen Teil zum Geschäftserfolg sowie zum gesamten Wachstums bei.

In welcher Form bietet Paypal die Möglichkeit des M-Payment an?
Spielberg:
Seit März 2011 bietet Paypal in Deutschland mobiles Bezahlen über die „Paypal Express Mobile Lösung“ an, die Bezahlungen zum einen über Apps und zum anderen über das mobile Internet ermöglicht.

Der Ablauf ist einfach: Der Kunde sucht sich in mobilen Shops die gewünschten Artikel aus, legt sie in den Warenkorb und wählt Paypal als Zahlungsmethode. „Paypal Express Mobile“ fordert den Kunden dann lediglich zur Eingabe seines Benutzernamens sowie Passwortes auf und nach Betätigung der Kaufbestätigung ist der Vorgang bereits abgeschlossen. Die Endgeräte werden am Browser erkannt und der so genannte „Nutzerfluss“ wird automatisch an das jeweilige Gerät optimiert und angepasst. Zu den drei umsatzstärksten Kategorien im Bereich des M-Commerce zählen Couponing, Tagesangebote, Elektronikartikel sowie Mode.

Ein großes Hindernis für ein noch stärkeres Wachstum ist momentan die Tatsache, dass die Mehrzahl der Online Shops noch nicht für die mobile Nutzung optimiert ist. Bisher muss sich der potentielle Käufer noch umständlich durch komplexe Seiten navigieren, was durch kleine Bildschirme zusätzlich erschwert wird. Die Abbruchrate ist dadurch bisher leider noch vergleichsweise hoch.

Worum handelt es sich bei dem so genannten QR-Shopping?
Spielberg:
Seit Mitte Oktober 2011 bietet PayPal in Deutschland die Möglichkeit des QR-Shoppings an. Dabei handelt es sich um eine App, die mit Hilfe von QR-Codes das Einkaufen durch Schaufensterscheiben, direkt von Werbeplakaten und –Displays, aus Katalogen und sogar dem Fernsehen ermöglicht. Durch diese neue App kann eine Vielzahl von Händlern eingebunden werden, was besonders dem stationären Handel zugute kommen soll.

Durch die Verschlüsselung des QR-Codes ist diese Lösung durchgängig sicher und greift direkt auf das Warenwirtschaftssystem des jeweiligen Händlers zu. Für den Kunden bringt das den Vorteil, nur tatsächlich verfügbare Waren angeboten zu bekommen und damit eventuelle Lieferverzögerungen zu vermeiden. Nachdem die App einmal verwendet wurde, muss bei jedem weiteren Kauf nur noch ein selbst gewählter PIN eingegeben werden.

Das QR-Shopping kombiniert die Möglichkeiten des sofortigen Wahrnehmens zeitlich begrenzter Angebote auch an stationären Medien mit den Vorteilen einer mobilen und sicheren Zahlung inklusive Käuferschutz. Zwar existieren derzeit bereits eine ganze Reihe QR-Code-basierter Anwendungen, jedoch leiten diese bisher lediglich auf die URL des jeweiligen Shops weiter, wo der Käufer mit teilweise nicht mobiloptimierten Online-Shops konfrontiert wird.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung der Near Field Communication auf dem deutschen Markt ein?
Spielberg:
Grundsätzlich setzen wir nicht auf einzelne Technologien sondern arbeiten daran, dem Handel Lösungen anzubieten, die keine oder nur minimale Investitionen oder Veränderungen der Infrastruktur nach sich ziehen. Paypal beobachtet sämtliche Entwicklungen im Bereich Near Field Communication genau und testet, neben vielen anderen, auch diese Entwicklungen als eine Zugangstechnologie zum einfachen Zahlungstransfer mit mobilen Endgeräten.

Schon heute existieren bereits eine ganze Reihe von Piloten bei Händlern sowie erste reale Lösungen im Markt, die derzeit auf NFC-basierten Karten beruhen. Jedoch werden sowohl der Austausch existierender EC- oder Kreditkarten als auch die mögliche Verbreitung NFC-fähiger mobiler Endgeräte noch Jahre brauchen, bis eine kritische Masse erreicht ist. Wir gehen bis 2015 von etwa 25 Prozent NFC-Penetration im Bestand mobiler Endgeräte in Deutschland aus.

Wie geht Paypal mit diesem Trend um?
Spielberg:
Die mediale Aufmerksamkeit, die NFC dem mobilen Bezahlen momentan bringt, ist sehr hilfreich, um sowohl dem Handel als auch Kunden die Thematik näher zu bringen. Aber diese Fokussierung auf eine mögliche Technologie für die reine Transaktion schränkt den Blick auf den eigentlichen Nutzen für Kunden und Handel ein. Paypal beschränkt den Nutzen des mobilen Zahlens jedoch nicht auf den erhofften Erfolg einer bestimmten Technologie. Vielmehr sehen wir mobiles Bezahlen als Katalysator für Innovationen im gesamten Einkaufserlebnis und über die Zahlung hinaus bis hin zum nachträglichen Transaktions- und rechtsverbindlichem Quittungsmanagement.

Noch im November 2011 wird Paypal in den USA Lösungen für das Bezahlen im Ladengeschäft einführen. Erste Formen davon werden, teilweise als Piloten, in Deutschland bereits Anfang 2012 zur Verfügung stehen. Um ein tragbares und breit nutzbares Ökosystem verschiedener Dienste und Lösungen anbieten zu können arbeiten wir in Deutschland derzeit eng mit starken Technologie- und Systempartnern zusammen. Paypal ist eine EU-regulierte Bank und verfügt in Deutschland bereits über 15 Millionen Kundenkonten. Wir schauen bereits auf eine mehr als zehnjährige Erfahrung in der Abwicklung von digitalen Zahlungen zurück und sind führender Anbieter von Online sowie mobilen Zahlungen. Der positive Dialog mit dem Einzelhandel in Deutschland ermutigt uns, die eingeschlagene Richtung, nun auch im Ladengeschäft als starker Zahlungspartner präsent zu sein, konsequent weiter zu verfolgen.



WEB-Special

TOMTOM GO LIVE 1015 - TESTEN UND BEHALTEN

Der MOBILE BUSINESS Lesertest


Im MOBILE BUSINESS Lesertest geben wir fünf von Ihnen die Chance, das TomTom GO LIVE 1015 Europe ausgiebig zu testen und danach zu behalten. ...
   
mehr lesen »

            

             

WEB-Special

MOBILES CRM FÜR DAS IPAD

Mehr Zeit für das Wesentliche!


Die native CRM Applikation für das iPad ist die Lösung für professionelles, mobiles Kundenbeziehungs-Management, das Ihnen auch unterwegs den Zugriff auf ...
   
mehr lesen »

            

             

Stepstone Stellenmarkt
Mobil Business Newsletter