MDT-Kameras für Abrechnung und Schadensdokumentation
PSV3 bringt Telematik ins Lager
Die Bocholter TIS GmbH nutzt in ihrer Telematiklösung PSV3 die Fotofunktionen mobiler Datenterminals, um die Effizienz in Umschlaglagern zu steigern – beispielsweise für das lückenlose Abrechnen sperriger Güter und das Dokumentieren von Schäden im Sammelgutverkehr.

Die Kamera des mobilen Datenterminals Motorola MC95 im Einsatz
Neue Softwaremodule für PSV3 in Verbindung mit mobilen Datenterminals (MDT) mit integrierter Kamera (hier setzt TIS auf Motorola-Geräte vom Typ MC95) sollen das Dokumentieren von Schäden und das lückenlose Abrechnen sperriger Güter vereinfachen.
Wenn ein Lagermitarbeiter eine offenbar sperrige Sendung entdeckt, startet er mit Hilfe einer einfachen Scannung den genau definierten Prozess im nuen Modul „Sperrgut“, in dessen Verlauf auch ein Foto des betreffenden Guts erstellt wird. Außerdem werden Maße und Gewicht der Ware festgestellt und über die Tastatur des MDT eingegeben.
Motiv dieser Entwicklung ist der steigende Kostendruck im Sammelgutverkehr: Dort kommt es häufig vor, dass Sperrgut vom Versandspediteur nicht deklariert und der entsprechende Frachtaufschlag bei der Abrechnung durch den Kooperationspartner nicht berücksichtigt wird, was die ohnehin angespannte Marge der Empfangsspediteure deutlich schmälert.
Das ebenfalls neue Modul „Schadensdokumentation“ vereinfacht das Dokumentieren von Schäden im Sammelguteingang. Wird beim Be- oder Entladen ein Schaden festgestellt, kann der Mitarbeiter einfach per Tastendruck am PSV3-Datenterminal die Dokumentation des Vorgangs starten. Dabei wird automatisch das „Terminal-Process-Capturing“ gestartet – eine von TIS entwickelte Optical-Character-Recognition-Software (OCR). Diese verwandelt das aktuelle Display des MDT mit Sendungsnummer und Schadenscode in maschinenlesbare Zeichen.
Von diesem raffinierten Kunstgriff merkt der Lagermitarbeiter gar nichts; er bekommt stattdessen über das große Farbdisplay der Motorola-Geräte genaue Angaben, was er zu tun hat. Dieser Prozess entspricht den Qualitätsanforderungen vieler Speditions-Kooperationen, die von jedem Vorfall mindestens ein eindeutiges Bild verlangen.
Die Mitarbeiter werden während der Schadensdokumentation Schritt für Schritt durch den Prozess geführt. Dabei wird den Fotos die für die automatisierte Weiterverarbeitung benötigten Daten wie Sendungs- oder Packstücknummer zugeordnet.
Das besondere an den neuen Entwicklungen ist ihre Verträglichkeit mit Terminalemulationen, die in Lager- und Umschlagsumgebungen stark verbreitet sind. Terminalemulationen ermöglichen per Funkverbindung den direkten Zugriff auf zentrale Hostsysteme wie die AS/400, ohne dass Software und Daten auf dem Handheld gespeichert werden müssen. Der Nachteil ist, dass Terminalemulationen die technischen Möglichkeiten moderner Lagerscanner nicht unterstützen - wie zum Beispiel die Fotofunktion.
Die neuen PSV3-Module haben dieses Problem gelöst, was den Datenaustausch zwischen Lkw und Zentrale weiter beschleunigt. Zu den Besonderheiten von PSV3 zählt die einfache Installation der Bordrechner, die nicht fest eingebaut werden müssen und auf Wunsch als fahrzeugunabhängige Kofferlösung geliefert werden. Die TIS GmbH präsentiert diese Lösungen auch auf der Messe Logimat, die vom 13. bis 15. März 2012 in Stuttgart stattfindet, in Halle 7 am Stand 200.
Bildquelle: KfdM
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