18.11.2011
Business Software, Logistik und Lagerverwaltung
Von: Tobias Heubeck

Mobile SAP-Prozesse

Steigerung der Logistikeffizienz

Die Anforderungen an die Logistik steigen kontinuierlich an. Die Prozessabläufe innerhalb der Supply Chain sollen beschleunigt, Kosten reduziert und dabei ein höheres Auftragsvolumen abgewickelt werden. Oft wird hierbei über neue Technologien wie RFID nachgedacht. Letztlich liegt das Verbesserungspotential im Bereich von Logistikprozessen klar auf der Hand.


Durch den Einsatz von Scannerlösungen in der Lagerlogistik können Wegstrecken minimiert und die Datenqualität erhöht werden.

In der Lagerlogistik entsteht häufig eine hohe Anzahl an Papierausdrucken. Mitarbeiter notieren sich die durchgeführten Umlagerungen von Material im Lager auf Notizzetteln, welche manuell am PC nachgetragen werden. Dabei kommt es häufig zu Fehlern, welche im schlechtesten Fall in einer langen Suche des Materials beim nächsten Auftrag endet. Sind beispielsweise mehr als 20 Positionen für einen Auftrag zu kommissionieren, so wird die wegeoptimierte Bearbeitung mit ausgedruckten Aufträgen unübersichtlich.

Hier setzen die mobilen Lösungen für SAP an. Durch den Einsatz von Scannerlösungen in der Lagerlogistik können Wegstrecken minimiert und die Datenqualität um ein Vielfaches erhöht werden. Zu diesem Zweck kommen mobile Scanner mit klassischen Barcodeetiketten zum Einsatz, die an den Lagerfächern angebracht sind. Der Auftragsvorrat wird dem Mitarbeiter auf dem mobilen Gerät angezeigt. So können Einlagerungen in das Lager, Auslagerungen für Kundenaufträge oder für die Produktion optimiert bearbeitet werden.

Die komplette Prozesskette abdecken

Es kann mit mobilen Lösungen die komplette Prozesskette vom Wareneingang bis hin zum Versand abgedeckt werden. So kann nach der Verbuchung des Wareneingangs die Einlagerung in das Lager erfolgen und die Einlagerung mit dem mobilen Handgerät bestätigt werden. Wird das Produkt für eine Lieferung im Versand benötigt, dann wird die Anforderung zur Auslagerung dem Mitarbeiter bedarfsgenau angezeigt und die Materialien können direkt einer Lieferung für den Versand und einem entsprechenden LKW oder Paketdienstleister eindeutig zugeordnet werden.

So werden mit dem mobilen Gerät Barcodes der Materialien oder Plätze gescannt. Im Hintergrund erfolgt die direkte Verbuchung der jeweiligen Aktion in SAP. Die Anwendungen selbst können dabei sowohl auf mobilen Handheld-Geräten als auch auf Staplerterminals zum Einsatz kommen und ermöglichen eine direkte Kommunikation mit dem SAP-System über WLAN oder UMTS.

Mit gewisser Distanz behandelt

Doch innerhalb der Logistik werden die mobilen Lösungen oft noch mit gewisser Distanz behandelt. Häufig wird beim Kunden der Wunsch nach mobilen Lösungen laut, aber der Kunde möchte hierfür keine hohen zeitlichen Aufwände investieren und möchte auf bereits existierende Standardlösungen für SAP zurückgreifen.

Seit mehr als zehn Jahren setzt der SAP-Partner Flexus AG daher SAP-Standardtransaktionen als Softwarelösungen für mobile Endgeräte um. Aus Projekten der letzten Jahre sind bisher mehr als 150 Ready-for-Business-Produkte der Mobilflex.NET-Baureihe entstanden, die innerhalb kurzer Zeit beim Kunden produktiv geschaltet werden können. So können Lösungen innerhalb von vier Wochen im Produktivbetrieb beim Kunden eingesetzt werden. Die meisten Kunden verwenden zwar die Standardprozesse in SAP, haben aber spezielle Prozessanforderungen, die schnell in den mobilen Applikationen umsetzbar sein sollen. So sind je nach Kunden und Branche andere Schwerpunktthemen im Vordergrund, beispielsweise die Gefahrgutabwicklung in der chemischen Industrie oder Serienfertigungsprozesse im Automotive-Bereich.

Trend hin zu mobilen Lösungen

Die speziellen Anforderungen der Branche spiegeln sich auch im Einsatz der verwendeten Geräte wider. Als Geräte bieten sich an erster Stelle die klassischen Mobilen Datenerfassungsgeräte (MDE) mit Scanner an, die über ein entsprechendes Schutzgehäuse verfügen. Empfehlenswert ist die Nutzung von MDEs, die einen Pistolengriff haben und mittels eines Holsters direkt vom jeweiligen Mitarbeiter mitgeführt werden. Etiketten können über einen tragbaren WLAN-Drucker direkt am notwendigen Platz im Lager ausgedruckt und dadurch Wege eingespart werden.

Im Lager setzen sich immer mehr Tablet-PCs und Smartphones für bestimmte Anforderungen durch. Spezielle Apps für iPads, Android oder Blackberry-Smartphones ermöglichen das Scannen von Barcodes über die integrierte Kamera und empfehlen sich vor allem für den sekundären Einsatz zur Anzeige von Auswertungen und Analysen.

Besonders einfach gestaltet sich die Erstellung der mobilen Applikationen durch die Anwendung der SAP-Standard-Technologie ITSMobile. Diese ermöglicht das Erstellen von mobilen Anwendungen aus SAP-Transaktionen. Diese können dann von internetfähigen Geräten innerhalb des Firmennetzes aufgerufen werden.

Der Trend hin zu mobilen Lösungen wird sich besonders in der Lagerlogistik aufgrund der steigenden Umschlagshäufigkeit und höheren Prozessanforderungen verstärken. Ein spannendes Feld wird dabei vor allem die Weiterentwicklung im Bereich der Smartphones und deren permanenter Einsatz in der Logistik sein.

Bildquelle: Motorola Solutions Collective

 


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